NBA All-Stars: Dunking-Zwerg, Soul-Gigant

Ein besonderes US-Sport-Zuckerl wird uns in der Nacht auf Montag vom Zweiten Deutschen Fernsehen serviert: das NBA All-Star Game live aus Phoenix, Arizona. ZDF steigt um 02:20 Uhr ein, das Geschehen wird uns von Norbert Galeske dargebracht. Es handelt sich dabei klarerweise um ein Manöver, mittels dem man die ausgehungerten deutschen NBA- und Nowitzki-Fans positiv stimmen und – vielleicht überlegt man in Mainz ja sogar, künftig mehr von der weltweit boomenden Liga (China!) einzukaufen – einmal das Quotenpotenzial zu nachtschlafender Stunde auszuloten will. Nowitzki ist übrigens im Team seiner Western Conference als Reservist genannt, wird aber zu gebührender Einsatzzeit kommen.

Der sportliche Aussagewert des All-Star Game ist natürlich gleich null und unbedeutend. Nur in den seltensten Fällen erinnert sich jemand ein Jahr später, ob das vorangegangene Spiel East oder West gewonnen hat. Doch dafür bietet es die einmalige Chance, die größten Namen der NBA komprimiert und in Bestform zu sehen – und hat deswegen geradezu Must-see-Charakter. Das All-Star Game ist gewissermaßen wie ein kurzer Werbefilm mit einem Feuerwerk an Offensiv-Highlights, mit den besten Szenen der besten Spieler. Natürlich etwas verzerrend, aber herrlich anzuschauen!

Im Vorfeld des großen Happenings finden jedes Jahr auch kleinere Events statt, die Stimmung anheizen und Profit maximieren sollen. Das Spiel der Rookies gegen die Sophomores (also die NBA-Akteure in ihrem zweiten Jahr) gehört dazu; ebenso der Dunk Contest, den 2008 Orlando-Center Dwight Howard mit seiner spektakulären Faschings-Show dominierte, bei der er sich als Superman verkleidete.

2009 holte sich einer der kleinsten Spieler der NBA den prestigeträchtigen Award, und das bereits zum zweiten Mal in seiner Karriere. 1,75-Meter-Sprungwunder Nate Robinson von den miesen New York Knicks finalisierte seinen knappen Sieg mit einem sensationellen Flug ausgerechnet über den dadurch enthronten Titelverteidiger Dwight Howard (siehe Video). Respekt. Im nächsten Jahr wird er seinen Titel gegen den wahren Superman, LeBron James, verteidigen müssen. Und „King James“ wird sich bestimmt was Königliches einfallen lassen…

Zum Abschluss sei noch auf einen anderen besonderen Moment in der Geschichte des All-Star Game hingewiesen. Bei jeder wichtigen Sportveranstaltung in den USA wird ja vor Beginn des eigentlichen Spiels/Rennens etc. hochoffiziell die Hymne zelebriert. Je „heiliger“ der Anlass, desto größer die Show und die Künstler, die zum Live-Absingen bestellt werden. Das All-Star Game 1983 im berühmten Forum, der alten Lakers-Heimstätte, war ein sehr heiliger Anlass – sonst wäre wohl kaum Soul-Legende Marvin Gaye angedackelt, der dann die definitiv coolste, souligste, berührendste Version des Star Spanngled Banner ever zum Besten gab. Man kann sie quasi als historische Antwort und Gegenstück zur dystonalen, aufrüttelnden Woodstock-Variante von Jimi Hendrix verstehen. Sensationell gut, beeindruckend und absolut hörenswert sind beide.

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Eine Antwort to “NBA All-Stars: Dunking-Zwerg, Soul-Gigant”

  1. Shaquille O’Neal – Der Center “of Attention” des NBA Allstar-Games 2009…

    Im Alter noch kraftvoll
    Alte Männer bringens doch! Ausgerechnet der 36-jährige NBA-Veteran Shaquille O’Neal von den Phoenix Suns war der Mann des Spiels des Allstar-Games 2009 und zeigte einmal mehr seine Qualitäten als Entertainer. So stand e…

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